Kinder haben ein natürliches Bedürfnis, Neues zu erfahren und zu erforschen.
Aber das alte Schulsystem hält sie oftmals genau davon ab. Verrückt, oder? Genau deshalb wurde ich damals Lehrerin – ich wollte es besser machen. Ich wollte beitragen, heilen, verändern. Doch ich spürte den Schmerz, der durch alte Strukturen entsteht – bei Kindern, bei Lehrkräften und bei Eltern. Ich erkannte, wie viele Menschen sich innerlich davon abgetrennt haben. Das hat meinen Weg verändert: weg vom reinen Unterrichten, hin zu emotionaler Heilung, Bewusstseinsentwicklung und integraler Schulentwicklung. Mittlerweile tue ich dies als freier Coach, weil ich derzeit hier ein noch größerer Segen sein kann.
Wenn der Sohn der Lehrerin nicht in die Schule will
Meine größte Prüfung kam, als mein eigener Sohn Nein zur Schule sagte. Bereits wenige Wochen nach seiner Einschulung spürte er so deutlich, dass es ihm dort nicht gut ging und dass er nicht mehr hingehen wollte. Mit meinem Blick auf meinen Sohn und auf die Unterrichtsmethoden der Schule erkannte ich schnell, wo die Belastung lag. Wir suchten das Gespräch und baten um individuellere Wege des Lernens.
Gerade weil ich viel über Lernen, Entwicklung und schulische Strukturen weiß, war es schmerzhaft zu erleben, wie wir trotz aller Bemühungen immer wieder in Sackgassen gerieten. Wir trafen auf wenig Offenheit für Veränderung und erlebten deutlichen Druck auf uns als Familie – die unausgesprochene Annahme, dass „mit dem Kind oder der Familie etwas nicht stimmen müsse“, weil angeblich alle anderen Kinder zufrieden seien, stand spürbar im Raum.
Diese Zeit war herausfordernd und voller Hürden. Wir mussten Wege gehen, die uns viel abverlangten. Schließlich standen wir drei Mal vor Gericht und es wurde ein Disziplinarverfahren gegen mich geführt. Und gleichzeitig hatte ich innerlich Werkzeuge und Wissen in der Hand, die mich stabil hielten: Ich konnte mich sortieren, klar bleiben, regulieren und Wege finden, die uns als Familie getragen haben – Wege, die trotz aller äußeren Druckmittel die Verbindung zur Schule aufrechterhielten.
Heute sehe ich diesen Prozess als ein großes Geschenk für unser Wachstum. Er hat mich gelehrt, wie viel innere Kraft entsteht, wenn wir für unsere Kinder einstehen und gleichzeitig in unserer Würde bleiben. Und genau dieses Wissen – über innere Führung, Lernen, Entwicklung und schulische Möglichkeiten – gebe ich heute weiter.